Mittwoch, 29. April 2015

[Musik und Du] Et voilà...ce sont la belle et le bad boy.



Dass mir diese monatliche Aktion der wunderbaren Maribel Skywalker bisher durch die Lappen gegangen ist, kann ich ja gar nicht so recht fassen: Ich bin nämlich auch der Meinung, Musik macht das Leben schöner, bunter, lauter und definitiv besser.

Bei dem Thema des jetzigen Monats hat's dann aber glücklicherweise direkt total gefunkt. Es geht nämlich um die Musikalische Auswanderung und ich freu mich drauf, jede Menge gute neue Mukke zu entdecken - und möcht euch natürlich auch mit auf Reise nehmen.
Leicht war's nicht, sich zu entscheiden, wenn ich an coole arabische Musik denke oder an die etwas gewöhnungsbedürftigen dänischen Charts, die mir ein halbes Jahr die Ohren haben klingeln lassen. Aber nach ein bisschen hin und her bin ich beim französischen Rap gelandet.
 

Oder eher belgischen. Bienvenue en Bruxelles heißt es nämlich im Fall Stromae. Angefangen hat meine große Begeisterung für den Belgier natürlich mit Alors on danse ... wer kennt die musikalische Darbietung des Ausbruchs aus dem Spießerleben nicht?  Nach dem Abi bin ich zu diesem Lied jedenfalls aus meinem eigenen Spießerleben ausgebrochen und hab den besten Urlaub meines Lebens mit einer Freundin in Tunesien verbracht. Danach folgte große Begeisterung für das formidabel gute Musikvideo zum Song formidable, der seitdem schon und immer noch Teil meiner diversen Spotify Playlists ist!




Und wenn wir schon beim französischen Rap sind, gibt's noch einen zweiten Song, den ich euch einfach nicht vorenthalten kann. Seitdem ich ihn in der letzten Episode von Sex and the City gehört habe, nach einigen Mühen den Sänger und Titel ausfindig gemacht und endlich das gesamte Lied am Stück gehört habe, ist es für mich der französische Song schlechthin.
Er spricht für Traurigkeit und für Romantik und gleichzeitig dreh ich laut auf und rappe im schlechtesten Französisch der Welt mit, wenn ich ihn im Auto höre. Aber ich bin mir sicher, dass es meinen Mr. Big nicht stören wird, wenn ich ihm endlich mal über den Weg laufe. Die rede ist von:
Mc Solaar - La belle et le bad boy.



Was sind eure Favoriten wenn's musikalisch ins Ausland geht?
Und für welchen Song wärt ihr glatt bereit, auszuwandern?
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Donnerstag, 23. April 2015

[Cape Town] Die unendliche Leichtigkeit des Seins - Tafelberggedanken.

Während ihre eure astralkörperähnlichen Extremitäten in der frühlingshaften deutschen Sonne von käseweiß hoffentlich ein bisschen Richtung cappuccinofarben bräunen könnt, sind die Südafrikaner eher davon überzeugt: Winter is coming!
Was melodramatisch klingt ist der Nord-Südhalbkugel-Sache mit den verdrehten Jahreszeiten geschuldet, die ich bei der Wahl meines Freiwilligendienstes natürlich nicht unbedingt in Betracht gezogen habe. Macht aber nix, denn auch der drohende Winter hier in Kapstadt ist mit 23 Grade und Sonnenschein alles andere als nass-grau und wird deshalb gleich für einen kleinen Roadtrip genutzt.

Ich verabschiede mich also mit diesem Post in ein langes Wochenende, da wir hier in Südafrika mit einem Freedom Day Feiertag Ende April gesegnet sind und mach mich mit nem schicken Mietwagen und Virginia als Begleitung auf zum Roadtrip auf der Garden Route.
Solange will ich euch aber natürlich nicht auf dem trockenen sitzen lassen, deswegen gibt's nochmal was auf die Äuglein von unserem letzten Trip, der uns auf den Tafelberg hoch geführt hat.



Das Wahrzeichen von Kapstadt zu erklimmen ist nicht ganz einfach, wie wir nach mehreren erfolglosen Versuchen feststellen mussten - zu heiß, zu windig, zu gefährlich. Das ständig und schnell wechselnde Wetter hat uns drei Mal schon einen Strich durch die Rechnung gemacht, bevor der Aufstieg endlich geglückt ist. Oder eher die Auffahrt, wir haben uns statt einer 3-Stunden-Wanderung nämlich für den faulen Weg der Gondel entschieden (der für Höhenangst-Geplagte Feiglinge wie mich trotzdem ganz schön Eier erfordert hat).

Dafür macht der Ausblick jede Horrorgondelfahrt wett.
Man weiß nicht mehr, wo das Meer aufhört und wo der Himmel anfängt. Alles scheint nur Unendlichkeit zu sein, gespickt mit Wolken so weiß und wattig, als könnte man direkt auf ihnen bis zum Südpol spazieren. Und während der Kitsch aus meinem an Gostenhof-Slang gewöhnten Mund spricht, konnte meine Kamera nur ansatzweise das federleichte Gefühl einfangen, das man auf 1.085 Metern verspürt.



Nach 4 Stunden Gehopse über Stock und Stein im National Park Table Mountain, in dem man auf dem Palateau des Bergs locker den ganzen Nachmittag verdüddeln kann, indem man Dassies, Vögel und verrückte Menschen beobachtet, die sich auf ungesicherte Steine stellen, um für ein geiles Instragram-Pick ihr Leben zu riskieren Fame and Fortune, Baby. Fame and Fortune. ging es leider zurück in die normale Welt der Großstadt, in der man sich zwar immer noch klein und unbedeutend fühlt, aber nicht mehr unendlich federleicht und irgendwie beschützt vom blauen Himmel, der sich unendlich über einem spannt.

So, das war jetzt aber ernsthaft genug Kitsch für einen Donnerstag. 
Hat euch die Schönheit, die's auf unserer Erde gibt auch schon mal sprachlos gemacht (was bei mir echt nicht oft vorkommt. Außer vielleicht ich würde Jared Leto treffen....)?
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Sonntag, 19. April 2015

[Das Wort zum Sonntag] Am falschen Ort geboren.

"Woher kommt ihr?", frage ich meine Schüler am ersten Tag unseres Computerkurses.
Die Antworten sind bunt gemischt. "Aus dem Kongo." "Somalia." "Ich komme aus Swasiland." "Namibia." "Soweto."
"Und was wünscht ihr euch von diesem Kurs hier?"
"Wir wollen mehr über den Computer lernen."

 Abschlussfoto mit unserem ersten Kurs. Nur glückliche Gesichter!
 
Sie wirken in meinen Augen nicht unbedingt wie die tickenden Zeitbomben, als die sie von Zulu König Goodwill Zwelithini und Edward Zuma, dem Sohn des Präsidenten betitelt wurde. Im Gegenteil, das einzige was bei ihnen tickt, ist vielleicht die Uhr im Hintergrund, die mir sagt, dass wir schon wieder fast ein Drittel des Kurses damit verschwendet haben, auf die Nachzügler zu warten. Pünktlichkeit ist nämlich in Südafrika sehr optional. 

Aber Pride und Soslinah und Vivien und Welcome und Zusuliwe haben Glück, dass sie hier sitzen. In meinem Kurs. Und nicht in irgendeinem Kurs irgendwo weiter oben im Norden, in Johannesburg oder Durban wo die unbedachten, hasserfüllten Worte eines Zulu-Königs einen Ausbruch fremdenfeindlicher Gewalt ausgelöst hat.
Auf den Straßen werden Menschen mit Benzin überschüttet, es werden Kinder getreten, Frauen geschlagen und Geschäfte ausgebrannt. Das alles passiert tausende Kilometer weg von mir. Doch es passiert in dem Land, in dem ich mich im Moment befinde und es passiert in dem Moment, in dem ich - selbst ein Ausländer hier - anderen Ausländern erkläre, wie sie die Maus benutzen und wie sie sich das Internet vorstellen können. 

Der Gedanke bringt mich zum Schaudern. Wir sind alle Ausländer hier. Sie und ich und der Manager unseres Labs und meine Nachbarn und deren Nachbarn. Und wir alle sind hierher gekommen, weil Südafrika uns hier wollte, uns heir brauchte. Und welche Macht hat überhaupt ein Zulu-König, über ein demokratisch regiertes Land zu bestimmen, es so stark zu beeinflussen?
Ich blicke über meine Klasse.
Sie alle leben im Township. Sie haben nicht genug Geld, um sich ein Auto zu leiste oder Zigaretten oder manchmal nicht mal für ein anständiges Mittagessen. Und sie sollen eine Gefahr darstellen für dieses Land? Für ein Land, das ihnen immerhin noch ein bisschen mehr Chancen bieten könnte, als ihr Heimatland, dass sie verlassen haben. Ihr einziger Fehler war, in eben diesem Land geboren zu sein. Absurderweise kann ich nicht sehen, woher sie stammen. Für mich sind sie alle einfach schwarz. Und alle gleich in ihrem Bedürfnis, zu lernen und voran zu kommen in ihrem Leben. Was macht da ihr Geburtsland also schon für einen Unterschied?

 Quelle: dpa via Die Welt



Übrigens gibt's zu genau diesem Thema auf dem Blog MuhKuhAddict gerade die tolle Beitragsreihe "Eine Bühne für Bunt", deren Anlass natürlich nicht unbedingt der Schönste ist. 
Trotzdem freu ich mich sehr, mit meinem Beitrag auf der Bühne zu stehen und ich hoffe, es finden sich noch ein paar, die vielleicht auch mit dabei sein wollen und einen Beitrag gegen Fremdenfeindlichkeit verfassen möchten - schließlich sind wir Blogger und was wir haben ist unsere Stimme. Also würde ich mich freuen, wenn ihr mitmacht und auch colourful seid.


 
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Mittwoch, 15. April 2015

Life Lessons aus 25 Lebensjahren.

Meine Freunde der gepflegten Abendunterhaltung, es ist soweit: Ich bin jetzt offiziell Richtung 30 unterwegs (ab 5 wird aufgerundet) und deswegen natürlich mit einem Viertel Jahrhundert auf dem Buckel jetzt auch sehr lebenserfahren und weise (nicht).

Reif und erwachsen, wie ich jetzt bin, poste ich direkt mal Partybilder.

Da ich euch natürlich meine neugewonnene und in 25 Jahren mühsam angesammelte und durch unzählige Tritte ins Fettnäpfchen und Hundescheiße erworbenen Erfahrungen nicht vorenthalten möchte, hab ich mich im Dunkel der Nacht hingesetzt und darüber gegrübelt, was ich seit dem Abi an guten und schlechten Erfahrungen gemacht habe. Welche, an denen ich gewachsen bin oder die man definitiv nicht noch mal machen muss. Ich bin defintiv kein Kompass ohne Norden mehr, ich hab mich selber geerdet und auch wenn die Nadel manchmal noch spinnt, weiß ich doch jetzt meistens, wo ich hin will. Komisch, gell? Man wird halt doch erwachsen....

Und deswegen kommt sie hier, meine ultimative Liste an Lebensweisheiten aus den 20ern:

1. Man sieht sich immer zweimal im Leben. Echt so. Und manchmal ist zweimal schon einmal zu viel.

2.  Ohne Einkaufszettel einzukaufen, ist richtig kacke.

3. Mama hat meistens Recht.

4. Ehrlichkeit siegt nicht immer. Manchmal ist es besser, einfach die Klappe zu halten und Käsekuchen und futtern.

5. Geld, das man fürs Reisen ausgibt, ist niemals rausgeschmissenes Geld.

6. Je älter man wird, desto schlimmer wird der Kater. Und Alkohol zu mischen macht den Schlimmsten.

7. Wenn man mit jemandem zusammenzieht, sollte man vor der Trennung Namensschilder auf alles machen, was einem gehört. Oder vor dem anderen da sein, um seinen Krempel aus der Wohnung zu räumen.

8. Und wo wir schon bei Trennungen sind: Die werden beschissener und schmerzhafter, je älter man wird. Aber man überlebt sie alle, irgendwie.

9. Es kommt so, wie es muss, ist ne faule Ausrede für alle, die ihren Arsch für ihre Träume nicht hoch kriegen.

10. 7 Stunden Schlaf ist auf einmal keine gesundheitliche Empfehlung mehr, sondern Notwendigkeit.

11. Freundschaften werden ehrlicher. Und brauchen mehr Pflege. Aber wer jetzt noch da ist, nach Abi, Uni und erstem Job, der bleibt vermutlich.

12. So "richtig erwachsen" fühlt man sich einfach nicht. Man bleibt einfach mal selbst, nur in selbstständiger vielleicht.

13. Der Stoffwechsel macht definitiv nicht mehr straflos mit, wenn man eine ganze Schachtel Schoko Cookies verdrückt.

14. Klassiker aus der Schulzeit nochmal zu lesen, kann echt spannend sein. Und Ausstellungen und Galerien auch.

15. Es wird immer Menschen geben, mit denen man nicht klar kommt. Das ist okay. Man muss nicht mehr jedem gefallen.

16. An Sonntage das Haus zu verlassen, ist rein optional.

17. Man muss seinen eigenen Weg gehen. Und für diese eigenen Entscheidungen muss man sich nicht rechtfertigen, egal, ob sie gesellschaftlich kompatibel sind.

Und zu guter Letzt:

18. Die Quarter Life Crisis ist nicht nur eine moderne Erfindung, es gibt sie wirklich.


Geht's euch genauso wie mir beim ein oder anderen Punkt? Oder denkt ihr euch You know nothing, Jon Snow. dass ich die ultimative Lebensweisheit noch vergessen habe? Dann haut in die Tasten und ergänzt noch was!

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Sonntag, 12. April 2015

[Cape Town] Die Pinguin(-Plage) am Boulders Beach

Nachdem ich von euch höchst offizell die Genehmigung bekomen habe, euch weiter meine tollen Fotos aus Südafrika unter die Näschen zu halten, geht's heute gleich fröhlich weiter. Wir fahren ein Stückchen aus Kapstadt raus, die malerische Küste runter in Richtung Simon's Town.

Man muss aus der Not eine Tugend machen. Haben sich wohl die Bewohner von diesem süßen Küstenstädtchen gedacht - und versuchen deswegen, ihre Touristenattraktion mit Fassung und südafrikanischer Gelassenheit zu (er)tragen. Denn zumindest laut der Welt sollen die Brillenpinguine, die dort am Strand brüten, eine echte Plage sein. Wie alles, was wild und frei gedeihen kann, vermehren die sich nämlich scheinbar wie die Karnickel (nix gegen unsere flauschigen Zeitgenossen) weil es in Bucht des Militärstützpunktes keine natürlichen Feinde gibt und außerdem kuschlig und wenig windig ist. Dummerweise geben die kleinen Kerlchen Brunftschreie wie gerade geschlachtete Esel von sich, die wohl die holde Anwohnerschaft und die schicken Uniformträger aus den Federn treiben.


Als ich um kurz nach 9 am Boulders Beach ankomme, ist von krassem Remmi Demmi  nichts zu hören. Oder die kleinen Kerlchen sind so früh am morgen einfach nicht so besonders sexuell drauf. So oder so, meine Hormone reagieren mit hysterischem Quietschen auf das erste Tierchen, das meinen Weg kreuzt - oder eher gemütlich im Gebüsch rum liegt.

Die Zeit ist perfekt: Ich hab den sonst Touri-überfüllten Strand für mich - abgesehen natürlich von den Pinguinen und einem Filmteam, das verzweifelt versucht, die goldigen Gestalten möglichst fotogen auf Band zu bannen. Fotogen ist aber beim ständigen Wind hier sowieso schwierig.



Eine Aussichtsplattform am Strand, die über hölzerne Wege zu erreichen ist und eine kleine Strandwanderung später - inklusive Sturz auf algenbewachsenem Felsen....was nehm ich nicht alles für Gefahren für euch auf mich ;-) - bin ich endlich ganz nah dran an den Pinguinen.

Und ich muss sagen: 
Die Schreien wirklich wie halbtote Esel. Und sie stinken auch genau so.
Aber sie sind auch einfach unglaublich goldig. Und deswegen bin ich definitiv für die Pinguine.





 
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Mittwoch, 8. April 2015

[Movie Night] The Imitation Game


Weil sich's im Flugzeug bekanntlich nicht so gut schlafen lässt (vor allem nicht mit einem schreienden Baby in der Reihe davor...ich Glückliche) und ich außerdem ein alter TV-Junkie bin, war der 10-stündige Flug nach Kapstadt das reinste Filme-Schlaraffenland für mich. Alles, was grade in Deutschland im Kino läuft, kann man sich auf einem viel zu engen Sitz kostenlos (und legal) reinziehen und wird somit zumindest halbwegs für die mangelnde Beinfreiheit und die drohende Thrombose entschädigt.

Da ich seit Sherlock Holmes ein absoluter Cumberbatch-Fan bin (aber bitte nicht Cumberbitch - ich kann mir bis heute nicht erklären, wie sich eine Fangemeinde so benennen konnte) und Keira Knightley trotz der schreckliche Chanel-Werbung, in der sie seit neuestem rum hüpft eine tolle Schauspielerin ist, war die erste Wahl nicht schwer zu treffen. Und hat sich definitiv rentiert.

"The Imitation Game" erzählt die Geschichte von Mathematiker Alan Touring, der nicht nur den Computer erfunden hat, sondern auch den Enigma-Code der Deutschen im zweiten Weltkrieg knacken konnte. Es hilft ein bisschen, ein Geschichtsliebhaber sein, um den Film echt genießen zu können. Aber wenn nicht, ist's auch nicht so tragisch. Benedict Cumberbatch ist nämlich schon alleine wieder mal brilliant genug, um den Film sehenswert zu machen (da stellt sich die Frage, ob jemand, der Exzentriker so gut porträtieren kann, nicht auch im wahren Leben ein kleiner ist)
Die Handlung ist - obwohl relativ vorhersehbar, Geschichte ist nun mal Geschichte - spannend und die Spannungen zwischen Turing und seinem Team überzeugend dargestellt. Seine Besessenheit, eine Maschine zu bauen, die den Code lösen kann, wird zuerst nur von der weiblichen Komponente des Films, Keira Knightley verstanden und unterstützt - natürlich nur im Geheimen und bei Kerzenschein, denn welche Frau arbeitet denn schon mit Männern zusammen!? 


Schlussendlich ist es nicht nur die Geschichte von der Lösung des großen Rätsels Enigma, sondern auch die Geschichte von zwei Außenseitern - einer alleinstehenden Frau, die lieber das machen will, was sie liebt, statt mit Mann, Haus, Hund und Kind glücklich zu sein (ist ja auch heute noch aktuell, ne?) und eines Manns der nicht nur ein Exzentriker ist, der sich unter Menschen nicht so recht wohl fühlen kann, sondern zu seiner Schande auch noch vom anderen Ufer.
Dass sich Turing wegen Anfeindungen und einer Therapie, die in von seiner Homosexualitiät heilen sollte, umgebracht hat, als er gerade mal 44 Jahre alt war, ist das nicht ganz so happy ending der Story und lässt einem mit dem Gedanken zurück, warum es eigentlich so schlimm ist, anders zu sein.

Mein Fazit: 
Ein Film für Geschichtsliebhaber, Nerds und Geeks und für alle, die es vielleicht eigentlich wären, sich aber nicht trauen, es zuzugeben ;-) Bleibt frech und wild und wunderbar, das wusste schon Pippi Langstrumpf ganz genau!


Habt ihr den Film schon gesehen?
Und wie hat er euch getaugt?
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Sonntag, 5. April 2015

[Das Wort zum Sonntag] Impressionen von Kapstadt I

Ich sitze in einem Zug, der so alt ist dass die Räder unaufhörlich quietscht. Der Sitz neben mir ist aufgeschlitzt und durch die Graffiti verschmiert Scheibe versuche ich,  möglichst viel von draußen aufzusaugen. Südafrika ist bisher vor allem eines für mich: bunt.
Blumen in jeder Größe und Farbe scheinen an jeder Ecke zu blühen und die Blätter von jedem Baum schillern in einem anderen grün. Auch die Menschen haben nicht nur Hautfarben aller Schattierungen, sondern tragen Kleider in grün und rot und blau und gelb. Manchmal alles gleichzeitig. Zwei Afrikanerinnen steigen in den Zug ein, sie singen einen Gospel Song von der Auferstehung. Es ist Ostern. 


Am Strand bemerkt man davon Nichts. Surfer und aufgepumpte Touristen säumen die Wasserlinie, oben drüber erheben sich die schicken Häuser der reichen Südafrikaner oder die Sommerresidenzen der Europäer. So viel Stacheldraht und Alarmvorrichtungen habe ich noch nicht mal an deutschen Gefängnissen gesehen. Am Strand wollen uns schwarze Verkäufer Eis, Volleybälle und Sonnenbrillen andrehen. Sie sind die einzigen dunkelhäutigen Menschen hier. Wir schenken ihnen Zigaretten und sie bedanken sich höflich, schnorren Feuer und stecken noch eine Zweite in ihre löchrigen Jeans, um sie später zu rauchen.



Ein paar Stunden später schließen wir das Lenkradschloss von unsrem rostigen, klapprigen Mazda auf und fahren die kurvige Küstenstraße zurück in die City Bowl. Vorbei an Wellblechhütten und vorbei an Armed Response.

Ja, Kapstadt ist bunt. Mit allen hellen und dunklen Schattierungen und Schattenseiten. 

 


Ihr Lieben, ich werde meinen Blog ein wenig als Neidischmacher und Berichterstatter auch für Friends und Family daheim nutzen solange ich in Kapstadt bin. Meine üblichen Sonntagsposts wird's deswegen natürlich trotzdem noch geben - aber vielleich freut ihr euch ja auch, ein paar Impressionen und ein bisschen Sonne gezeigt zu bekommen? 
Falls ihr keinen Bock mehr auf Südafrika habt, lasst es mich einfach wissen, dann schraub ich den Fernweh-Faktor natürlich zurück. Sollen ja alle happy sein :-) 
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Mittwoch, 1. April 2015

[Favorites] Reiselektüre für Dramatiker, Ungeduldige und Heimatverliebte

Wenn man unterwegs ist, dann hat das lange Zug, Bus oder Auto fahren oft zumindest einen Vorteil:
1. man kann ungeniert Jogginghosen und eine Blogger-Knolle tragen.
2. man hat endlich mal wieder Zeit zum Lesen.

Ich bin unterwegs ein großer Fan diverser Zeitschriften und da auch nicht besonders wählerisch (hallo, Gala und OK!). Wenn es dann aber doch ein bisschen anspruchsvoller sein soll, greife ich zum Buch.
Am besten soll's mich auch schon ein bisschen in Reisestimmung bringen. Je nachdem ob's eher ein Kurztrip ist, oder meine Stimmung eher locker-flockig oder doch ein bisschen launig ist, muss natürlich eine andere Lektüre her. Damit euch die Wahl nicht so schwer fällt, hab ich euch mal für jede Gemütlage eine raus gesucht.

 Bücher: via amazon

1. Für Kurztrips: Anna Gavalda - Ich wünsche mir, dass irgendwo jemand auf mich wartet.
Die Erzählungen sind meist nur ein paar Seiten lang - perfekt für eine kurze Zugfahrt. Es sind Geschichten wie das Leben selbst - mal zärtlich, mal traurig, mal überraschend, mal erschreckend. Aber dabei immer real. Anna Gavalda beweist riesen Einfühlvermögen in die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Protagonisten und hat einen einmaligen Schreibstil.
Mein Fazit: Melancholisch-leicht wie ein Film mit Audrey Tautou. Muss man einfach mögen.

2. Für Dramatiker: Luca Di Fulvio - Der Junge, der Träume schenkte.
Dramatiker ist vielleicht das falsche Wort, denn das Buch ist weit weg vom üblichen Kitsch und Drama. Die Geschichte beginnt brutal - eine Brutalität, die aber entscheiden ist für ihren ganzen restlichen Verlauf und die der Erzählung zum Glück nicht den Zauber nimmt.
Natale, als kleines Baby mit seiner Mutter in die Staaten eingewandert, muss wählen zwischen einem ehrlichen Leben in Armut und Elend oder dem Wohlstand, den die Kriminalität auf der Lower East Side bieten kann. Nur wer über ausreichend Robustheit und Durchsetzungskraft verfügt, kann sich hier behaupten. Und auch Natale, dem ein ganz besonderes Charisma zu eigen ist, muss sich beweisen... (adaptiert von Amazon.)
Mein Fazit: Natale hat nicht nur die Lower East Side verzaubert mit seinem Charme, sondern auch mich.

3. Für Scherzkekse und Heimatliebhaber: Rita Falk - Zwetschgendatischkomplott.
Ja mei, warum in die Ferne schweifen, wenn die Knödeln und der Zwetschgendatschi von der Oma doch so nah sind? Manchmal, da zieht's uns gar nicht recht raus, aus der schönen Heimat und da kommt der Eberhofer gerade richtig. Der Niederkaltenkirchener Kommissar ist nämlich fest verwurzelt in seiner bayerischen Heimat. Und weiter als nach München zieht's ihn eigentlich nicht. Es sei denn natürlich, wenn's um Mord und Totschlag geht - zum Beispiel im einen Fall im Münchener Rotlichtviertel, wo ausgerechnet während der Wiesn tote Prostituierte gefunden werden...
Mein Fazit: Für jeden, der mit trockenem Humor und bayerischer Mundart was anfangen kann. Rita Falk bringt mich jedes Mal zum lachen.


So, das war's derweil mit meinen Tipps für die Reiselektüre.
Und was landet bei euch in den Osterferien auf der Leseliste?

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Sonntag, 29. März 2015

[Das Wort zum Sonntag] There is always something to be thankful for.

Eigentlich wollte ich euch heute einen ganz anderen Sonntagsbeitrag präsentieren.
Aber da ich wie alle diese Woche viel gegrübelt, fassungslos den Kopf geschüttelt und mitgefühlt habe, möchte ich heute ein andres Thema mit euch anschneiden.
 Nein, ich will nicht den hundersten Post über Mitgefühl, über Empathie, über schlimme Dinge, nur um auch meinen Senf dazu zu geben - obwohl ich doch lieber schweigen und an andere denken sollte. Es geht hier nicht um mich, denn ich habe das unglaubliche Glück, nicht direkt betroffen zu sein.

Doch eine Sache, die kann ich auch für mich selbst tun: Ich kann Dankbarkeit empfinden. Angela von the3rdvoice hat heute in ihrem Sonntagsbeitrag schon darüber geschrieben, was für ein verdammtes Glück wir haben und wie dankbar wir für unser Leben sein sollten.

Und genau das bin ich grade.

Dankbar für eine wundervolle Abschiedsparty, die ich am Freitag erleben durfte mit allen Menschen die ich liebe.

Dankbar dafür, dass ich meinem Traum vom Schreiben in der letzten Woche ein ganzes Stück näher gekommen bin.

Dankbar, dass ich mir den Luxus erlauben kann, Dinge einfach auszusortieren und weg zu schmeißen, weil ich sie nicht wirklich brauche oder um mir stattdessen neue zu kaufen.

Dankbar, dass ich am Dienstag einfach so in ein Flugzeug steige und einer tollen Zeit entgegen fliege.

Dankbar, dass ich gesund bin und gut gelaunt die meiste Zeit und dass mein einziges Gebrechen das ist, dass ich ohne Brille blind bin, wie ein Maulwurf.

Ich bin dankbar, dass ich zwei gesunde Geschwister habe und dass meine Eltern noch immer halbwegs wohlauf sind. Dafür, dass sie mich oft ungefragt unterstützen.

Ich bin sogar dankbar dafür, dass heute ein Regentag ist, der mir Zeit gibt, meinen Koffer zu packen, Dinge zu organisieren oder einfach nur dazu sitzen und zu lesen. Um nachher das Fenster aufzureißen und den Duft nach Frühling einzuatmen.

Doch vor allem bin ich dankbar, dass ich all das Erleben darf, Fühlen darf und dass ich diese Woche nicht verlieren und trauern musste.

Quelle:DaWanda
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Mittwoch, 25. März 2015

Aus dem Leben eines Lockenkopfs

Man will immer das haben, was man nicht hat.
Ballerinas, wenn man grade High Heels trägt.
Urlaub, wenn die Firma gerade Urlaubssperre hat.
Ein Eis, wenn der Supermarkt schon zu hat.
Oder eben schönes, langes glattes Haar, wenn sich auf dem eigenen Kopf ein wildes Vogelnest türmt.

Und es gibt ein paar Dinge, die kann man eben nur verstehen, wenn man mit einem Wuschelkopf gestraft gesegnet wurde.


1. Ohne Haargummi das Haus verlassen kommt optischem Suizid gleich. Wann meine Haare beschließen, auszurasten und in alle Richtungen zu explodieren? Ich weiß es nicht...
 
2. Schon mal einen Pony gehabt? Und Locken? Genau. Es ist ein Albtraum.

3. Als der Friseur meines Vertrauens die Stadt verlassen hat, war ich kurz versucht, ihm zu folgen.

4. Ein Leben ohne Argan-Öl und Tangle Teezer ist schlicht nicht mehr möglich. Davor lag mein Haarbürsten-Verbrauch bei etwas 5 pro Jahr.

5. Haare glätten? Mach ich nur, nachdem ich davor die Wetter App ausgiebig gecheckt hab. Kein Regen und Luftfeuchtigkeit unter 10 % für die nächsten 5 Tage sind ein guter Ansatzpunkt.

6. "Deine Haare sind so....voluminös." Danke auch. Und dein Schienbein...lädt so zum dagegen treten ein.

7. Wie oft ich meine Haare wasche? Dieses Geheimnis nehm ich mit ins Grab. Ihr würdet es einfach nicht verstehen...

8. Ich benutze zu keinem Zeitpunkt weniger als drei bis fünf Haarprodukte. Gleichzeitig. Die Hälfte davon kostet ungefähr so viel wie meine halbe Monatsmiete. Eins davon darf nur bei offenem Fenster verwendet werden und muss von Kindern und Tieren fern gehalten werden.

9. Doch immerhin bekomme ich von Männern oft das Kompliment, wie gut meine Haare duften würden.

10. Manchmal tauchen auch nach dem Haarewaschen, Kämmen oder Schlafen Haarnadeln auf, die ich schon verloren geglaubt habe - in meinen Haaren.

11. Zweimal die gleiche Frisur zu machen ist schlicht unmöglich. Jeder Tag ist wie Russisch Roulette. Und manchmal verliert man dicke.

12. "Wow, sind das Naturlocken?" Nein, ich stehe jeden Morgen um 5 Uhr auf, drehe mir Lockenwickler rein und setze mich für eine Stunde ins Hammam für den Original Begossener Pudel Look. Das ist harte Arbeit.

13. FRIZZ!!!! Wer auch immer dieses Wort erfunden hat, sollte auch was dagegen erfinden. Sofort. Und a propos Frizz - ein Spritzer kaltes Wasser kann die Frisur retten. Ein kleiner Regenschauer... sprechen wir nicht darüber.

14. Spurlos zu verschwinden, ist schlicht nicht möglich. Überhaupt ist es nicht möglich, keine Spuren zu hinterlassen. Fragt meine alte Mitbewohnerin. Sie wird euch bestätigen, dass es bei meinem Haarverlust ein Wunder ist, dass ich noch keine Glatze habe.



... und trotzdem würde ich inzwischen mit keinem anderen Schopf tauschen.


Wie steht's mit euch? Lockig oder Glatt? 
Und kommt euch der eine oder andere Gedanke vage bekannt vor? 
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Sonntag, 22. März 2015

[Das Wort zum Sonntag] Der neue Minimalismus.

Ich sitze an meinem Schreibtisch, der bis auf ein paar Post-Its und eine Ikea-Dose mit Stiften und einer Schere leer ist. Die Expedit-Regale hinter mir, normalerweise bestückt mit Büchern und Schuhen - meinen zwei Suchtobjekten - übrigens auch. Meine Wohnung sieht ein bisschen aus, wie die Zelle eines Franziskaner-Klosters so ganz ohne meinen persönlichen Schnickschack und jungfräulich sauber und leer für die Zwischenmieterin, die nächste Woche ankommt. Und überraschenderweise gefällt's mir sogar irgendwie.

Vielleicht bin ich nur angestreckt vom obligatorischen Frühjahrsputz-Feeling.  Vielleicht gefällt mir meine Wohnung nur so gut, weil sie im normalen Alltag selten so sauber und abgestaubt ist, wie gerade eben. Vielleicht mag ich auch einfach die Vorfreude, meinen Schrank, jetzt wo er ausgemistet ist, mit tollen neuen Teilen füllen zu können.  So oder so: Minimalimus scheint gar keine so üble Idee zu sein.
Und ich spreche hier nicht nur vom dänischen Design, sondern auch davon, dass wir uns alles jederzeit gönnen können und wollen - manchmal, ohne wirklich mit Bedacht darüber nachzudenken, ob wir es wirklich brauchen oder überhaupt wirklich haben wollen. Grade wenn man in der Bloggerwelt oder im normalen Leben dazu gehören will, gibt es Dinge, die man glaubt zu brauchen - ohne sie überhaupt wirklich zu wollen.

Und um mein Leben noch ein bisschen mehr zu entrümpeln, werde ich mich ein bisschen an der 30-Tage-Minimalism-Challenge von Into Mind orientieren und zwar keine dreißig Dinge mehr erledigen, bevor mein Flug nach Afrika geht, aber zumindest diese 5:


1. Benachrichtigungen abstellen.
Denn wer kennt's nicht? Das Handy klingelt, vibriert oder gibt sonst ein Lebenszeichen von sich und egal was man gerade tut, man greift zum Gerät, um die Neuigkeiten noch warm zu genießen. Schuldig im Sinne der Anklage! Facebook und einige Whatsapp-Gruppen wird ab jetzt das Schweigegelübde auferlegt.

2. Der Unsubsribe-Button
Seid ihr auch bei so und so vielen Newslettern angemeldet, weil die erstmalige Anmeldung 20 % garantiert hat, freien Versand oder ein hübsches Geschenk? Dann geht's euch wir mir. Und weil ich bei der Hälfte dieser Online-Shops nie wieder bestellt habe und die Newsletter ungeöffnet im Papierkorb verschwinden, kann man's doch auch direkt abbestellen, oder?



3. Single Tasking
Auch hier gehör ich zu den Schuldigen! Abend essen, Emails checken und nebenbei noch den Instagram Feed oder ne Folge Sex and the City rein ziehen, weil's grade auf Sixx läuft? So sieht mein Abend schon gern mal aus. Was dazu führt, dass ich weder meine Emails mit Interesse lese, noch über Carries Naivität den Kopf schüttle oder mein Kichererbsencurry richtig genieße. In meinen Augen ist Multi Tasking der echte Fluch unserer schnelllebigen Social-Media-Gesellschaft.

4. Ein Tag Beschwerde-frei
Im Grunde genommen ist alles, worüber ich mich beschwere, ein Luxusproblem. Auch, wenn es für mich ein großes Problem ist, ein unüberwindbares Hindernis, so ist es im Grunde trotzdem nichts anders als ein Luxusproblem - solang es nicht an die Existenz geht. Und das tut's nicht, wenn ich die gefühlt hunderste Trennung hinter mir habe oder einen Schnupfen habe oder das Auto erst nach der Tankdeckel-Reparatur durch den TÜV kommt. Und weil es viel schöner ist, nicht ständig zu meckern, werde ich versuchen, es einen Tag lang mal komplett sein zu lassen. Wow, das Experiment wird sicher witzig und wenn ihr Lust habt, lass ich euch gern teil haben.



5. Glotze aus, Kindle an.
Okay, okay, okay... im Grund genommen ist der Kindle ja auch ein elektronisches Gerät, aber das wird jetzt einfach mal ignoriert und dann gibt's zu Punkt 5 auch nix mehr zu sagen, finde ich. Die eigene Phantasie anzuschmeißen macht nämlich immer noch am meisten Bock!


Wie steht's mit euch? 
Habt ihr auch manchmal Bock, euer Leben ein bisschen minimalistischer zu gestalten?
Und wenn ja, wie macht ihr's?
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Sonntag, 15. März 2015

[Das Wort zum Sonntag] The grass is always greener...

Quelle

Sonntagsworte sind auch dazu da, ehrlich zu sein. Deswegen werde ich euch jetzt mal was sagen, dass man normalerweise geflissentlich verschweigt: Ja, ich bin neidisch. Nicht missgünstig, nein. Ich kann Anderen Erfolge gönnen, ich kann mich mitfreuen, und das auch ohne hämische Hintergedanken und ich finde, das viele Menschen gute Dinge verdienen, die ihnen widerfahren. Aber trotzdem bin ich neidisch. Nur manchmal. Aber dann ist da diese kleine Stimme in meinem Kopf, die mich drangsaliert: Warum hast du das nicht, hm?!

Und dann kriege ich dieses trotzige Bedürfnis, mithalten zu wollen, wie in der fünften Klasse, als ich neidisch war, dass alle blonde Strähnchen und Miss Sixty Hosen hatten - außer mir. Im Nachhinein natürlich kein Grund, zum neidisch sein, aber Alter macht ja bekanntlich weise.
Dann kaufe ich mir zähneknirschend eine Dose Almased und verbiete mir die Schokolade zum Frühstück. Dann schreibe ich einen Artikel über das, was grade angesagt ist und zwinge mich nach der Arbeit noch ins Fitness-Studio, obwohl meine Couch durch die ganze Stadt nach mir schreit. Dann schreibe ich peinliche Zeilen, aus denen die Verzweiflung spricht an meinen Ex-Freund, um nicht das Gefühl zu haben, alleine zu sterben und versuche, auch rosé roten Lippenstift zu tragen, um effortless und chic auszusehen. Alles nur, um es auch zu haben. Was auch immer es ist.

Aber eines vergisst man gern. Die Kulissen in Hollywood sind schick bemalt, aber sie sind aus Pappmaché und Plastik. Und das gilt hin und wieder auch fürs normale Leben.
Die gute Figur der Bekannten erscheint auf einmal gar nicht mehr so erstrebenswert, wenn man erfährt, dass sie sich tatsächlich wie ein lebendes Klischee nur von Harzer Käse ernährt und Magerquark mit Karottensticks.  Das perfekte Pärchen, das zusammen wohnt, teilt sich tatsächlich nur abends das Bett - zum Sprechen und Leben bleibt kaum Zeit. Und die Freundin mit dem scheinbar tollen Job klagt in einem schwachen Frustmoment über nervige Kollegen und eintönige Projekte.

Und auf einmal sind meine zwei Kilo mehr gar nicht mehr so tragisch.
Und auf einmal ist mein Job nicht der einzige ätzende auf der Welt.
Und auf einmal bin ich froh, keine erzwungene Wochenendbeziehung zu führen, sondern meine Zeit wirklich denjenigen widmen zu können, denen ich sie geben will. 

Es halt halt keiner von uns hat das perfekte Leben. Jeder ist ein Mensch mit Fehlern und Schwächen - sie können es vielleicht nur besser verbergen.Manchmal is grünes Gras eben einfach nur Rollrasen.

Außer in Irland.
In Irland ist das Gras wirklich grüner als anderswo. 

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Dienstag, 10. März 2015

[Süchtig nach] Frühlingsgefühle



Am 1. März war meteorologischer Frühlingsanfang. In meinem letzten Sonntagspost habe ich euch ja schon erzählt, dass ich das wärmere Wetter kaum erwarten kann!
Endorphine die springen. Das Radler, das plötzlich wieder schmeckt. Die Ballerinas entstauben und die lässige Lederjacke. Aus der Arbeit gehen und in die Sonne blinzeln. Krokusse und Weidenkätzchen und Tulpen und Gelee-Eier. Ich kann’s kaum erwarten!

Um den Frühling gebührend einzuläuten wird bei mir auch jedes Jahr die Garderobe entsprechend angepasst. Grey wird aussortiert – nicht nur wegen charakterlicher Schwachpunkte – und auch schwarz muss weichen. Stattdessen ziehen wieder kräftigte, bunte Gute-Laune-Farben bei mir ein.
Und meine derzeitigen Favoriten sind definitiv Marsala und – wer hätte es gedacht, im Frühling – grün. Seit dem Kauf einer grünen Lederjacke habe ich ein Faible für Kermit-farbene Garderobe und dank Popeye auch für gleichfarbige Lebensmittel. 
Zeit für einen neuen Süchtig-nach-Post, würde ich meinen!
Womit ich mir den Start in den Frühling versüße zeige ich euch jetzt.


Detox liegt schwer im Trend. Ich mach zwar nicht mit, grüne Smoothies trink ich aber trotzdem hin und wieder. (via strikes magazine)

Ein Muss auf meinen Esstisch: Tulpen in frühlingshaftem rot. Manchmal auch Osterglocken. Hauptsache Blumen

Frühlingsstürme können ganz schön ungemütlich sein. Da schadet es nicht, sich doch noch ein bisschen warmzuhalten – mit einem Schal in Gute-Laune-Farbe versteht sich (via Esprit)

Vitamine tanken ist auch angesagt: Vitamin D via schmerzlich vermisste Sonnenstrahlen und alles, was man sonst noch so braucht um gesund ins Frühjahr zu starten mit diesem fabulösen Erbsen-Risotto (auf Lecker.de)

Es heißt nicht rot, es heißt Marsala. Und es ist einfach toll. Die Farbe und dieser wunderhübsche Kopfbedeckung, die jeden Bad Hair Day zum Best Hair Day macht (via Esprit)

Was sind eure Must Haves für den Frühling?

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